Zweifel am Geschäftsmodell der Care Energy

21. Juni 2013 | Samantha Rippinger Care Energy

HEIDELBERG - Die Bundesnetzagentur hatte jetzt gegen das Energieunternehmen Care Energy einen Bußgeldbescheid in Höhe von 42.007 Euro ausgestellt, weil sich eine ihrer Firmen offenbar nicht ordnungsgemäß registriert hatte. Der Unternehmensgruppe mit mehr als einer Viertelmillion Kunden kann solch eine Summe nichts anhaben, jedoch wird das Geschäftsmodell von Care Energy infrage gestellt.

 

Das Problem

mk-power Ihr Energiedienstleister GmbH & Co. KG ist eine von mehreren Firmen, die unter der Dachmarke Care Energy zusammengefasst sind. Sie bietet seit dem 20. Januar 2012 den Vertragsabschluss zur Energieversorgung für Haushaltskunden an, hat dies jedoch nie bei der Bundesnetzagentur angegeben. Laut dem Energiewirtschaftsgesetz ist jedoch jeder Energieversorger gesetzlich dazu verpflichtet.

Grund dafür ist, dass mk-power sich nicht als Energieversorger, sondern als Energiedienstleister sieht. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, es liefere keinen Strom, sondern Nutzenergie in Form von Wärme, Kälte oder Licht. Auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) spricht Care Energy ausschließlich von Nutzenergie.

Bundesnetzagentur ist ganz anderer Meinung

Im Bußgeldbescheid der Bundesnetzagentur wird bemängelt, dass die AGB „nicht dem eigentlichen Vertragsgegenstand und der gelebten Praxis“ entsprechen. Es entstehe der Eindruck, dass die Gesellschaft versuche, „sich ihrer rechtlichen Verpflichtung als Energielieferant zu entziehen“.

Die rechtlichen Verpflichtungen beziehen sich insbesondere auf die Zahlung der EEG-Umlage (Ökostrom Umlage). Die mk-energy weigert sich, die Umlage an drei der vier großen Übertragungsnetzbetreiber zu zahlen. Denn, so begründet das Unternehmen, die mk-energy liefere nicht an den Letztverbraucher, sondern an einen Netzbetreiber.

Wie das funktioniert

Geschäftsmodell der Care Energy

Die Kunden schließen mit der Firma mk-power Ihr Energiedienstleister GmbH & Co. KG einen Energiedienstleistungsvertrag ab. Mit diesem Vertrag beauftragt der Kunde die mk-grid Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG mit dem Betrieb seines Hausnetzes und mit der Umwandlung von Strom in Nutzenergie (Wärme, Kälte oder Licht). Zusätzlich bevollmächtigt der Kunde mit diesem Vertrag die mk-energy mit der Beschaffung und Lieferung von Ökostrom.

Die mk-energie liefert jedoch nur an den Netzbetrieb mk-grid und nicht an den Letztverbraucher. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz besagt, dass nur Letztverbraucher die EEG-Umlage zahlen müssen. Somit sei mk-energy nicht zahlungspflichtig.

Die Netzbetreiber 50 Hertz, Tennet und Amprion sehen die Argumentation jedoch als nicht zulässig an und klagen ihre Forderung ein. Laut Spiegel-Online taxieren die Kläger die ausstehenden Posten schon jetzt auf acht bis zehn Millionen Euro.

Widersprüchliche Aussagen

Einerseits weigert sich die mk-energy die EEG-Umlage zu zahlen, mit Berufung auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz, andererseits räumte Geschäftsführer Martin Kristek während einer Pressekonferenz ein, den drei Netzbetreibern tatsächlich Zahlungen vorzuenthalten. Die mk-energy liefere nur hundertprozentigen Ökostrom und müsste somit eine verringerte EEG-Umlage zahlen. Das würde eine Zahlung von „lediglich“ 2,7 Millionen Euro bedeuten. Erst wenn die Netzbetreiber ihre Rechnungen anpassen, würde mk-energy zahlen. Die Netzbetreiber warten jedoch immer noch auf einen Nachweis, dass mk-energy wirklich puren Ökostrom liefert.

Die Aussage Kristeks widerspricht den Aussagen des Care Energy-Anwalts, der stets von einer Ablehnung der Zahlung der gesamten EEG-Umlage redet.

Werden Kunden bald mehr zahlen müssen?

Care Energy bietet aktuell einen günstigen Ökostrompreis von 19,84 Cent pro Kilowattstunde (inklusive Steuern und Abgaben) an. Zusätzlich fällt eine Grundgebühr von 6,99 Euro an. Diese gilt als Haupteinnahmequelle des Unternehmens. Die Preise von Care Energy bewegen sich damit weit unter dem Schnitt der Konkurrenten. Der Hauptgrund liegt neben dem geringen Aufschlagspreis von 6 Cent (der bei anderen Firmen meist viel höher ist) an der nicht verrechneten EEG-Umlage von 5,277 ct/kWh. Sollte Care Energy den Rechtsstreit verlieren und die Kosten nachzahlen müssen, wäre das jetzige Geschäftsmodell nicht mehr zu halten und die Tarife würden deutlich teurer werden.

Info zu Care Energy

Info zu Care Energy

Historische Zeitachse der Care Energy

Historische Zeitachse der Care Energy

 

Autor: Samantha Rippinger

Kontakt:
PrizeWize Deutschland GmbH
Telefon: 0800 66 99 088
E-Mail: presse@prizewize.de
 
> Zurück zu unseren Nachrichten

Jetzt sparen und Strom vergleichen!
Postleitzahl und Verbrauch eingeben, den besten Tarif auswählen und in 5 Minuten kinderleicht wechseln.
Postleitzahl:
       
Verbrauch:
       
Ergebnisse
 
 
 
PrizeWize erhält von allen Anbietern die gleiche Grundprovision. Unser Tarifvergleich ist immer transparent und unabhängig. PrizeWize garantiert allen Kunden vollständigen Datenschutz nach Vorgabe des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).
 
Die facebook Seite von PrizeWize
 
Die Twitter Seite von PrizeWize
 
Die Google+ Seite von PrizeWize