Kohlekraft tötet jährlich ca. 18.200 Menschen in Europa

24. Mai 2013 | Bianca Brieden

HEIDELBERG - Erst Anfang April hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Studie zum Thema Kohlekraft vorgelegt. Laut dieser Studie sind Kohlekraftwerke jährlich für über 3000 vorzeitige gesundheitsbedingte Todesfälle verantwortlich und das nur in Deutschland. Die größten gesundheitlichen Probleme bereiten giftige Abgase und Feinstaubpartikel.

Von der Industrie wurde diese Studie stark kritisiert und der Umweltschutzorganisation Greenpeace heftig widersprochen. Nun ist eine weitere Studie über Kohlekraftwerke erschienen, in diesem Fall von der Health and Environment Alliance (Heal). Die Studie befasst sich ausgiebig mit den gesundheitlichen Schäden in ganz Europa und auch ihre Ergebnisse lassen die Kohlekraft nicht gut aussehen.

Die Health and Environment Alliance (Heal) ist ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen aus den beiden Bereichen Umwelt- und Gesundheitsschutz. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu steigern, indem positiv auf die Umwelt eingewirkt wird. Immer unter dem Motto „Gesunde Umwelt – gute Gesundheit“ setzt sich Heal mit Themen wie beispielsweise Luft- und Wasserqualität, Klimawandel, Pestizide, Lärmbelästigung, Ökologische Ungerechtigkeit und soziale Ungleichheit auseinander.

Gesundheitsschäden und Todesfälle durch Kohlekraftwerke

Tödliche Kohlekraft

Der im April auf Deutsch erschienene Bericht der Health and Environment Alliance enthält schockierende Zahlen. Besonders die hohe Zahl der Todesfälle sticht hervor: Laut der neuen Studie sind Kohlekraftwerke EU-weit an 18.200 Todesfällen im Jahr verantwortlich. Allein in Deutschland seien es etwa 2700 Todesfälle. Dies kommt der Zahl des Greenpeace-Berichts recht nahe.

Weitere schwerwiegende Auswirkungen der Kohlekraftwerke sind Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems. Die wichtigsten Zahlen haben wir unten in einer Tabelle für Sie zusammengefasst.

Die entstehenden Kosten

Durch die genannten gesundheitlichen Schäden kommt es auch zu wirtschaftlichen Kosten. Die Studienautoren schätzen, dass diese Kosten in der EU etwa 42,8 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Allein in Deutschland handle es sich um Kosten zwischen 2,3 und 6,4 Milliarden Euro jährlich.

Tabelle der Auswirkungen von Kohlekraft

Der größte Kostenpunkt seien dabei die durch die Abgase der Kohlekraftwerke verursachten Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der EU gibt es beispielsweise allein über 8500 neue Fälle der chronischen Bronchitis, die sich auf die Auswirkungen der Kohlekraftwerke zurückführen lassen. Durch diese Erkrankungen gehen jedes Jahr etwa vier Millionen Arbeitstage verloren.

Weitere Zahlen können der Tabelle entnommen werden.

Wer trägt die Kosten?

Diese immensen Summen werden selbstverständlich nicht von den Kohlkraftwerkbetreibern getragen. Es handelt sich um externe Kosten der Kohlekraftwerke, die von der Allgemeinheit getragen werden. Dazu zählen die einzelnen Betroffenen, die nationalen Gesundheitssysteme und die Wirtschaft, die durch die vielen Krankheitsfälle Produktivitätseinbußen erleiden.

Heftiger Widerspruch der Industrie

Nach Erscheinen der Greenpeace-Studie hatten die Energieerzeuger bereits heftig widersprochen. Der Branchenverband VGB PowerTech hob unter anderem hervor, dass verhältnismäßig wenig vom Menschen produzierter Feinstaub aus den Kohlekraftwerken stammt. Außerdem wurde Greenpeace vorgeworfen, nicht an einer öffentlich geführten Debatte interessiert zu sein, sondern lediglich „den Energieträger Kohle zu diskreditieren", so VGB Power Tech.

Kohlekraftwerke in der EU: Höchste Grenzwerte weltweit

Was genau wollen die Autoren einer solchen Studie erreichen? Bei den Verfassern der Heal-Studie ist diese Frage einfach zu beantworten: Sie wollen schärfere EU-Vorschriften durchsetzen.

Die für die Industrie ab 2016 geltenden Grenzwerte für Emissionen sind nach Meinung von Heal deutlich zu niedrig. Die neuen Grenzwerte, die ab 2016 in Kraft treten, sind zwar strenger als bisher, im internationalen Vergleich jedoch immer noch zu niedrig.

Ein Beispiel: In der EU liegt der Grenzwert für Stickoxid-Emissionen ab 2016 bei 200 Milligramm pro Kubikmeter. In China liegt die Grenze bereits heute bei 117 Milligramm, in den USA sogar bei 100 Milligramm.

Darüber hinaus enthält die EU-Regelung laut Heal einige Ausnahmen und Schlupflöcher für die Betreiber bestehender Kohlekraftwerke. Heal befürchtet, dass diese Kohlekraftwerke noch bis 2020 oder sogar noch länger höhere Abgase produzieren dürfen.

Atomkraft vs. Kohlekraftwerke

Was die Umweltschützer mit ihren Studien sicher nicht erreichen möchten ist auch klar: Der schlechte Ruf der Kohlekraftwerke soll auf keinen Fall die Atomkraft stärken.

In diesem Zusammenhang ist eine Studie des amerikanischen Klimaforschers Jim Hansen erwähnenswert. Laut der Studie wurden dank der Atomkraft weltweit insgesamt 1,84 Millionen verfrühte Todesfälle verhindert, indem weniger Emissionen die Luft verschmutzt haben. Außerdem wurden 64 Gigatonnen CO2-Äquivalent eingespart.

Was bei der Studie untergeht, ist jedoch, dass die genauen gesundheitlichen Schäden der Kernkraft kaum abschätzbar sind. Auch das große Problem des Atommülls ist bei weitem noch nicht geklärt. Atomkraft kann somit nicht die Lösung für die Luftverschmutzung durch die Kohlekraftwerke sein.

Erneuerbare Energien besser als Kohlekraftwerke

Was bleibt sind die erneuerbaren Energien. Denn nachhaltige, erneuerbare Energien verschmutzen weder die Luft, noch entstehen Tonnen nuklearer Abfälle. Der Ausbau sollte dringend weltweit in großem Maß vorangetrieben werden. Unterstützen auch Sie diesen Trend, indem Sie noch heute zu Ökostrom wechseln:

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Autor: Bianca Brieden

Kontakt:
PrizeWize Deutschland GmbH
Telefon: 0800 66 99 088
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