Im Fall der Fälle: Wenn der Versorger nicht mehr liefert

Lieferstopp
22. Februar 2013 | Samantha Rippinger

HEIDELBERG - Was passiert, wenn Ihrem Strom- oder Gasversorger die Netznutzung vom Netzbetreiber verweigert wird? Welche Rechte haben Sie und wie sollten Sie als Kunde reagieren? Und was ist, wenn der Versorger plötzlich insolvent ist? Für den Fall der Fälle bereiten wir Sie ausreichend vor.

 

Von wem beziehen Sie Strom oder Gas, wenn Ihr Versorger nicht mehr liefern kann?

Sie stehen nie ohne Strom oder Gas da, denn zu jeder Zeit ist die Versorgung gesetzlich gesichert! Wird Ihrem derzeitigen Versorger die Netznutzung untersagt, weil es zu Unstimmigkeiten zwischen Netzbetreiber und Versorger gekommen ist (wie zwischen den Stadtwerken Wuppertal und FlexStrom) oder der Versorger insolvent ist (wie im Fall TelDaFax) und nicht mehr liefern kann, werden Sie auch weiterhin mit Strom und Gas beliefert. In einem solchen Fall tritt der örtliche Grundversorger mit einer „Ersatzversorgung“ ein. Der Grundversorger ist laut den bestehenden Gesetzen der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV) und der Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) zu einer Ersatzversorgung von bis zu drei Monaten verpflichtet. Bei dieser Ersatzversorgung beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Da die Ersatzversorgung beim Grundversorger meist sehr teuer ist, empfiehlt sich eine rechtzeitige Kündigung und der Wechsel zu einem passenden Anbieter. Wer auch nach den drei Monaten nicht kündigt, wird anschließend automatisch in dem häufig sehr teuren Grundversorgungstarif beliefert. Diesen können Sie jedoch zu jeder Zeit mit einer zweiwöchigen Frist kündigen. Spätestens jetzt sollten Sie sich gut beraten lassen, einen Stromvergleich oder einen Gasvergleich durchführen und zu einem passenden Anbieter wechseln. Kostenlose Beratung, Vergleich und Wechsel finden Sie auf prizwize.de oder unter 0800 6699088.

Was tun bei Lieferstopp?

Ist der Lieferstopp definitiv, wird von der Verbraucherzentrale NRW empfohlen, den Anbieter anzuschreiben. Mit unserem Musterbrief sorgen Sie bei ausbleibender Lieferbestätigung automatisch für eine Kündigung.

Wichtig: Auch wenn der Strom oder das Gas nicht mehr von Ihrem derzeitigen Versorger geliefert wird, sind Sie weiterhin Kunde bei diesem Versorger! Sie müssen selbst kündigen. Ist es nicht möglich innerhalb der vertraglich geregelten Kündigungsfrist zu kündigen, dürfen Sie sich auf das Bürgerliche Gesetzbuch beziehen. § 314 BGB erlaubt Ihnen als Energiekunden den Versorger aus wichtigem Grund zu kündigen.

Ist der Lieferstopp nicht sicher, sollten Sie nicht übereilt handeln! Eine Kündigung ist erst dann gesetzlich gerechtfertigt und zu empfehlen, wenn der Versorger die Vertragsbedingungen nicht erfüllt! Bei einem Vertrag mit kurzer Restlaufzeit sollten Sie den Vertrag auslaufen lassen, um etwaige Komplikationen zu vermeiden. Bei einem Vertrag mit Vorauskasse sollten Sie ebenfalls nicht vor Vertragsende kündigen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit, Geld zurückerstattet zu bekommen, sehr gering.

§ 314 BGB Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund

(1) Dauerschuldverhältnisse kann jeder Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.

(2) Besteht der wichtige Grund in der Verletzung einer Pflicht aus dem Vertrag, ist die Kündigung erst nach erfolglosem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten Frist oder nach erfolgloser Abmahnung zulässig. § 323 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.

(3) Der Berechtigte kann nur innerhalb einer angemessenen Frist kündigen, nachdem er vom Kündigungsgrund Kenntnis erlangt hat.

(4) Die Berechtigung, Schadensersatz zu verlangen, wird durch die Kündigung nicht ausgeschlossen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, können Sie Ihrem Versorger eine Frist setzen (§ 314 BGB 2). Fordern Sie ihren Versorger auf, Ihnen schriftlich zu bestätigen, dass Sie weiterhin beliefert werden. Erhalten Sie keine Bestätigung, haben Sie nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grund und können somit im Anschluss Ihren Vertrag noch vor Ende der Laufzeit kündigen.

Guthaben einfordern

Der Versorger muss innerhalb von 6 Wochen eine Abrechnung schicken und ein eventuelles Guthaben erstatten. Erhalten Sie keine Abrechnung, sollten Sie diese anfordern und notfalls gerichtlich gegen den Versorger angehen.

INFO: Geld, das per Einzugsermächtigung abgebucht wurde, können Sie bis zu acht Wochen nach Abbuchung zurückerstatten lassen! Wird Ihnen trotz Widerruf der Einzugsermächtigung Geld abgebucht, können Sie bis zu 13 Monate danach ihr Geld zurückverlangen.

Was tun, wenn der Versorger Insolvenz anmeldet?

Geht der Versorger in die Insolvenz, sollten Sie als erstes unverzüglich Ihre Zahlungen einstellen oder die Einzugsermächtigung widerrufen. Außerdem sollten Sie versuchen, gegenüber dem Lieferanten Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Haben Sie bereits im Voraus Ihre Strom- oder Gasrechnung gezahlt, bekommen Sie im Fall einer Insolvenz des Anbieters das Geld dann höchstwahrscheinlich nicht zurück.

Keine Gerichtskosten riskieren

Bei einer Insolvenz des Anbieters wird davon abgeraten, gerichtlich gegen den Versorger vorzugehen. Erfolgschancen werden als gering eingeschätzt und Sie riskieren Prozesskosten.

Im Dunkeln sitzen muss niemand. Sollte es je zu einem Ausfall des Versorgers kommen, dann ordnen Sie die Rechtsbeziehungen und prüfen Sie, ob Sie gegenüber dem bisherigen Versorger Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche geltend machen können.

Wir stehen Ihnen jederzeit zur Beratung über unsere kostenlose Kundenhotline zur Verfügung: 0800 66 99 088.

 

Autor: Samantha Rippinger

Kontakt:
PrizeWize Deutschland GmbH
Telefon: 0800 66 99 088
E-Mail: presse@prizewize.de
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