Heißer Draht zwischen Norwegen und Deutschland

06. Dezember 2012 | Bianca Brieden

HEIDELBERG - Bis 2018 soll das längste Unterwasserstromkabel der Welt zwischen Deutschland und Norwegen verlegt werden, um auf diese Weise gegenseitig die Stromversorgung sichern zu können. Der norwegische Netzbetreiber Statnett sowie der deutsche Energieversorger Tennet und die Förderbank KfW unterzeichneten am Dienstag den ausgearbeiteten Vertrag.

Unterwasserstromkabel

Die Daten

Ganze 600 Kilometer muss das Stromkabel zwischen der Küste der Deutschen Bucht und Südnorwegen überbrücken. Dabei steht die genaue Route bisher noch nicht fest. Vorerst muss noch geklärt werden, ob die Leitung in Schleswig-Holstein oder in Niedersachsen enden wird. Die bessere Anbindung an ein Höchstspannungsnetz ist bei dieser Entscheidung ausschlaggebend.

Das Kabel soll eine Kapazität von 1400 Megawatt besitzen, was der Stromgewinnung eines großen Atomkraftwerkes entspricht. Außerdem soll durch eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung der Stromverlust auf Grund des weiten Transportes bei unter vier Prozent liegen.

Die Kosten für dieses Projekt sollen bei 1,5 bis 2 Millionen Euro liegen. Eine stolze Summe, doch diese Investition wird sich laut Expertenmeinungen lohnen.

Positive Wechselwirkung

Die Vorteile dieses Projektes sind für beide Parteien – Norwegen und Deutschland – offensichtlich. Ganz besonders vor dem Hintergrund der Energiewende profitieren beide Länder von der zunehmenden Versorgungssicherheit. Auch wenn die beiden Märkte sehr unterschiedlich sind, so ist für beide die kontinuierliche Stromversorgung problematisch. Viel Wind und strahlender Sonnerschein sind ideale Voraussetzungen, um auf deutschen Boden jede Menge Strom erzeugen zu können. Bei geringen Windstärken und starker Bewölkung droht eine Stromknappheit in Deutschland. Diese Bedrohung kann dann mit Hilfe von Norwegen und dem Unterwasserstromkabel verringert werden.

Norwegen hingegen bezieht ganze 99 Prozent des Stroms aus Wasserkraft. Starker Regen ist somit ein Segen für die norwegische Bevölkerung. Knapp wird es bei ihnen erst bei großer und langanhaltender Kälte und wenig Niederschlag. In solchen Zeiten wird Deutschland den Norwegern bei der Stromversorgung unter die Arme greifen können.

Darüber hinaus wird die Verlegung des riesigen Stromkabels etwas Weiteres bewirken: Deutschland und Norwegen werden ein bisschen enger zusammenwachsen. Bisher waren die beiden Strommärkte nämlich nur indirekt miteinander verbunden, und zwar durch die Niederlande, die bereits seit 2008 ein Unterseekabel mit Norwegen unterhalten.

Vielversprechende Gewinnspanne

Die Betreiber des Stromkabels zwischen Norwegen und den Niederlanden verdienten von Anfang an viel Geld. Die Unterschiede der niederländischen und norwegischen Strompreise sorgten für ein profitables „Hin- und Herschieben“ von Strom zwischen den beiden Ländern. Ähnlich hohe Gewinne werden für die Investoren des deutsch-norwegischen Verbindungskabels erwartet.

Wo das Projekt an seine Grenzen stößt

Hohe Gewinne für Investoren und eine gesteigerte Versorgungssicherheit für beide Länder sind großartige Errungenschaften, doch trotzdem sollte das Projekt nicht als Allheilmittel verstanden werden. Denn selbst bei voller Beanspruchung können maximal zwei Prozent des deutschen Stromverbrauchs mit dem Unterwasserkabel gedeckt werden.

Lange wurde außerdem gehofft, dass überschüssig produzierter Ökostrom einfach nach Norwegen transportiert und dort gespeichert werden könne. Das Bild von Norwegen als riesiger Ökostromspeicher für die deutsche Bevölkerung, wird inzwischen allerdings als unrealistisch bewertet.

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Autor: Bianca Brieden

Kontakt:
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Telefon: 0800 66 99 088
E-Mail: presse@prizewize.de
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