Fukushima – eine Katastrophe mit Signalwirkung

25. September 2012 | Bianca Brieden

HEIDELBERG - Japan galt weltweit als Experte für Nukleartechnik. Erst seit Fukushima zeigt sich Widerstand gegen Atomstrom in der Bevölkerung. Die Entscheidung für den Atomausstieg bis 2040 hat auch eine große Signalwirkung auf andere Länder.

Atomausstieg

Atomkraft für günstige Stromerzeugung

Schon seit langem hat Japan wie kein anderes Land auf Atomenergie gesetzt, um die eigene Stromversorgung zu sichern. Auch industriepolitisch hat Japan davon profitiert, indem neue Atomkraftwerke verkauft wurden. Dem wurde jetzt ein Ende gesetzt. Die japanische Regierung hat den Atomausstieg angekündigt: Es sollen keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden, spätestens nach 40 Betriebsjahren gehen die Reaktoren vom Netz und bis spätestens 2040 soll Japan gänzlich ohne Strom aus Atomkraft auskommen.

Einseitige Stromgewinnung

Japan ist weltweit der drittgrößte Stromverbraucher, nach den USA und China. Atomenergie kam Japan dabei sehr gelegen, denn eigene fossile Brennstoffe, wie zum Beispiel Kohle, besitz Japan nicht. 50 Reaktorblöcke waren bis vor dem Reaktorunglück von Fukushima im März 2011 in Japan aktiv, um so etwa ein Drittel des Strombedarfs in Japan zu decken. In Planung waren weitere Reaktorblöcke, um den Anteil an Atomstrom auf mehr als 50 Prozent zu erhöhen.
Nach dem Unglück in Fukushima mussten alle Reaktoren heruntergefahren werden, um Sicherheitsprüfungen durchführen zu können. Die vorab prophezeiten und gefürchteten Stromengpässe blieben während dieser Zeit aus. Stattdessen lernten die Japaner Ihren Strom einzuteilen und stromsparend zu leben. Auch wurde ersatzweise Strom mit importiertem Öl, Gas und Kohle erzeugt.

Erste Veränderungen

Nach der Sicherheitsprüfung sollten die Reaktoren wieder in Betrieb genommen werden. Zum ersten Mal gab es jedoch Widerstand durch Politik und die Medien. Auch die Bevölkerung wehrte sich zum ersten Mal gegen die Atomenergie. In Tokio protestierten mehr als 100.000 Demonstranten und das nicht erfolglos: Bis heute sind nur 2 Reaktoren in ganz Japan wieder am Netz.

Auswirkung auf Deutschland

Auch Deutschlands Energiewende steht im neuen Licht, seitdem der Nuklearriese Japan den Ausstieg angekündigt hat. Von der Atomlobby wurde der Atomausstieg lange als deutscher Sonderweg kritisiert, der einen Widerspruch zur weltweiten Renaissance der Kernenergie bildet. Doch wenn sogar Japan auf Atomkraft verzichten will, kann Deutschland sich diesbezüglich nicht irren.
Statt einer Renaissance rechnen Experten mit einem beschleunigten Abstieg der Atomindustrie. Weltweit gingen im Jahr 2011 nur 7 neue Reaktoren ans Netzt, während 19 ganz stillgelegt wurden.

Europa im Widerspruch

Eine einheitliche und gründliche technische Untersuchung aller europäischen Kraftwerke gab es bis heute nicht. Auch gemeinsame Sicherheitsstandards wurden noch nicht festgelegt. Auch einen gemeinsamen Kurs für die Zukunft der Atomkraft gibt es in Europa nicht.
In Europa ist Frankreich das Land der meisten Reaktoren. Ganze 50 Reaktoren sorgen für 75 Prozent der Stromversorgung. Der Präsident Hollande hat angekündigt den Anteil bis 2015 auf 50 Prozent zu reduzieren.
Außer Deutschland wollen auch die Schweiz und Österreich frühzeitig aussteigen. Andere Länder wollen die vorhandenen Kraftwerke bis zum Ende der Lebensdauer nutzen und wieder andere planen sogar den Bau neuer Reaktoren.

Kein Neubau ohne Investoren

Solche Neubauprojekte lassen sich jedoch immer schwieriger finanzieren. Die Baukosten sind extrem in die Höhe gegangen, während gleichzeitig das Interesse potenzieller Investoren schwindet. Für beides war unter anderem die Atomkatastrophe in Japan ausschlaggebend.

 

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Autor: Bianca Brieden

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