Lieferstopp nach Insolvenzantrag - Billiganbieter FlexStrom stellt die Lieferung ein

26. April 2013 | Samantha Rippinger Billiganbieter FlexStrom stellt die Lieferung ein

HEIDELBERG - Am 12. April 2013 hat der Energieanbieter FlexStrom Insolvenz angemeldet. Inzwischen haben viele große Netzbetreiber dem insolventen Billiganbieter und seinen Tochterunternehmen gekündigt. Insgesamt 540 000 Kunden in Deutschland sind davon betroffen: 314 000 direkte FlexStrom Kunden sowie 63 500 Optimal Grün und 97 000 Löwenzahn Energie Kunden.

Verträge mit FlexStrom und Tochterunternehmen fristlos gekündigt

Nur drei Tage nach dem Insolvenzantrag, am 19. April 2013 kündigten die vier überregionalen Netzbetreiber Tennet TSO, Amprion, 50Hertz Transmission und TransnetBW fristlos ihre Verträge mit FlexStrom und seinen Tochterunternehmen. Die Verbraucherschutzzentrale empfiehlt betroffene Kunden folgendes zu tun:

  • Ruhe bewahren: Kunden müssen nicht befürchten ohne Strom oder Gas dazustehen. Im Falle einer Insolvenz eines Energieanbieters wie FlexStrom tritt die sogenannte „Ersatzversorgung“ ein.
  • Bestehenden Vertrag kündigen: Nach § 314 des Bürgerlichen Gesetzbuches besteht ein Sonderkündigungsrecht aus wichtigem Grund. Dieses Sonderkündigungsrecht gilt auch für Kunden, die erst kürzlich den Vertrag abgeschlossen, aber noch nicht bezahlt haben.
  • Zählerstand ablesen: Betroffene Kunden sollten aktuelle Angaben zum Zählerstand im Kündigungsschreiben an den Insolvenzverwalter vermerken. Somit ist garantiert, dass nur die tatsächlich verbrauchte Energie zu zahlen ist.
  • Zahlungen einstellen: Da der Versorger keine Leistungen mehr erbringt, hat er auch keinen Anspruch auf weitere Zahlungen. Einzugsermächtigungen und Daueraufträge sollten unverzüglich widerrufen werden. Schlussrechnungen für bereits erhaltene Energie müssen jedoch bezahlt werden.
  • Gut abwägen: Die Erfolgschancen eines gerichtlichen Vorgehens gegen den Versorger werden als gering eingeschätzt und Prozesskosten werden riskiert.

Ersatzversorgung sichert Strom- und Gaszufuhr

Nach dem Ende der Belieferung durch FlexStrom oder eines seiner Tochterunternehmen befinden sich die betroffenen Kunden nunmehr in der Ersatzversorgung durch ihren Grundversorger, oft sind das die Stadtwerke. Diese sind gesetzlich verpflichtet, in einem solchen Fall die Strom- und Gasversorgung zu sichern.

Trotz Ersatzversorgung ist Handeln empfohlen

Jetzt sollten sich die Kunden einen neuen Anbieter suchen! Denn die Ersatzversorgung erfolgt zu vergleichsweise teuren Tarifen. Dieses Versorgungsverhältnis kann aber jederzeit mit einer kurzen Frist von nur zwei Wochen gekündigt werden. Bei dem Vergleich von Strom und Gas sollten Verbraucher auf folgendes achten:

  • Vorauskasse-Zahlungen: Der Verbraucherschutz rät, jährliche oder vierteljährliche Vorauszahlungen zu vermeiden. Tarife mit Vorauskasse sind zwar einerseits meist deutlich günstiger, dafür besteht aber andererseits das Risiko des Verlustes der Vorauszahlung bei Insolvenz des Anbieters. In unserem PrizeWize Vergleichsrechner können alle Tarife mit Vorauskasse-Zahlungen ausgeblendet werden.
  • Hohe Bonusversprechen: - Boni gelten meist nur für das erste Vertragsjahr. Unter Umständen lohnt sich danach ein erneuter Wechsel. In unserem PrizeWize-Vergleichsrechner haben Sie die Wahl den Bonus in die Preisdarstellung einzuberechnen oder nicht.
  • Pakettarife: Pakettarife sollten nur gewählt werden, wenn man seinen Verbrauch gut kennt. Ansonsten kann es zu erhöhten Mehrverbrauchskosten kommen. Auch diese Tarife können im Vergleichsrechner mit der Filteroption „kWh-Paket“ ausgeblendet werden.
  • Dauer der Preisgarantie: Tarife mit Preisgarantie sichern zumindest teilweise einen stabilen Verbrauchspreis (meist keine Preisgarantie auf Abgaben wie Steuern, EEG-Umlage etc.).Auf der Ergebnisliste findet man bei jedem Tarif unter „Mehr Details“ die Dauer der Preisgarantie. Diese sollte die gesamte Vertragslaufzeit abdecken.

FBei einem Stroür dem Wechsel zu einem neuen Anbieter wird die vom aktuellen Grundversorger automatisch angelegte Kundennummer benötigt. Deshalb sollten betroffene Kunden diese vorher telefonisch erfragen.

Bei der Suche nach einem neuen Versorger hilft Pricewise gerne weiter. Unsere Experten beraten kostenlos unter 0800 66 99 088 . Alternativ sind wir per Mail unter kontakt@prizewize.de erreichbar.

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Wie geht es weiter?

Dem Unternehmen FlexStrom wurde der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügge zugewiesen. Er wird zunächst entscheiden, ob und wie die Geschäfte des Unternehmens weitergeführt werden können. Ziel ist es, FlexStrom zu sanieren. Laut FlexStrom besteht auch bereits Kontakt zu potenziellen Investoren, die an der Übernahme der Geschäftsbetriebe interessiert wären.

Voraussichtlich zum 1. Juli 2013 soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Mit einem Abschluss des Verfahrens ist voraussichtlich nicht vor Ende 2017 zu rechnen.

Tochterunternehmen FlexGas ebenfalls vor dem Aus?

War anfangs noch die Rede davon, dass das Tochterunternehmen FlexGas von der Insolvenz ausgenommen ist, gibt es diesbezüglich neue Entwicklungen.

Der potentielle Käufer, die Ako Capital AG, ist vom Kaufvertrag über FlexGas zurückgetreten. Somit ist die Übernahme gescheitet und das Überleben von FlexGas ist wieder ungewiss.

Weitere Information zum Insolvenzantrag und des Lieferstopps der FlexStrom AG, der Löwenzahn Energie GmbH und der Optimal Grün GmbH erhalten Kunden bei der Schlichtungsstelle Energie der Verbraucherzentrale: http://www.schlichtungsstelle-energie.de.

 

Autor: Samantha Rippinger

Kontakt:
PrizeWize Deutschland GmbH
Telefon: 0800 66 99 088
E-Mail: presse@prizewize.de
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