Fracking - Was uns unsere Energie wert ist

22. März 2013 | Bianca Brieden

HEIDELBERG - Fracking ist eine vielversprechende aber gleichzeitig riskante und deshalb in letzter Zeit viel diskutierte Methode, um Erdöl und Erdgas zu fördern. Wir erläutern Ihnen, was genau es damit auf sich hat und wie es in Deutschland um diese Methode steht.

Fracking in Deutschland

Was steckt hinter „Fracking“

Fracking steht für „Hydraulic Fracturing“(„Hydraulisches Aufbrechen“). Es ist eine Methode zur Erdöl- und Erdgasförderung, bei der nach der Tiefbohrung eine Flüssigkeit in die Gesteinsschichten gepresst wird. Diese Flüssigkeit („Fracfluid“) erzeugt, weitet und stabilisiert Risse im Gestein. Dadurch wird ein Abbau von unkonventionellen Gasvorkommen wirtschaftlich. Das Wort „unkonventionell“ bezieht sich auf die Lagerstätte des Gases. Bei einer unkonventionellen Lagerstätte muss zunächst das umliegende Gestein aufgebrochen werden, um eine Gasförderung zu ermöglichen.

Das „Fracfluid“ besteht meist aus einem Gemisch aus Wasser, Sand und verschiedenen Chemikalien. Besonders problematisch ist die Verwendung von gefährlichen Chemikalien. Doch dies ist nicht das einzige Risiko, dass von der Technologie ausgeht.

 

Vorreiter Amerika

Im Jahr 1949 wurde in den USA erstmals Fracking eingesetzt, um konventionelle Öl- und Gasvorkommen besser gewinnen zu können. Seit 2005 wird mittels Fracking im ganz großen Stil auch Gas gefördert, das in Schiefergestein gespeichert ist und daher bisher nicht gefördert werden konnte. Die hohe Fördermenge von Schiefergas hat in den USA für einen Gas-Boom gesorgt. Somit entwickelten sich die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren vom Gas-Importeur zum Gas-Exporteur und die Energiepreise sanken erheblich.

Obwohl Amerika stark von der gesteigerten Gasförderung profitiert, gibt es unzählige Proteste und die Forderung nach einem Frackingverbot. Denn der Gas-Boom hat auch seine Schattenseiten – insbesondere für die Anwohner der Schiefergasstätten. Sie klagen über ungenießbares Wasser. Neben Chemikalien enthält das Trinkwasser sogar entzündliches Erdgas: Unlängst sind Bilder von Wasserhähnen um die Welt gegangen, aus denen Flammen kommen. Gesundheitsschäden sind die Folge. Viele Anwohner leiden unter Schwindel. Laboruntersuchungen zeigen, dass bei Anwohnern Chemikalien im Blut nachgewiesen werden können.

Fracking in Deutschland

Auch in Deutschland wird bereits „gefrackt“ und zwar schon seit 1961. Bundesweit kam die Technologie bisher etwa 300 Mal zum Einsatz, besonders in Niedersachsen. Jedoch gab es in Deutschland bisher noch kein Fracking, um Gas aus Schiefergestein zu fördern. Hierzulande wurden bislang Restbestände konventioneller Lagerstätten mittels Fracking ausgeschöpft.

Das Fracking hatte sogar schon sehr negative Folgen: 2007 gab es beispielsweise beim Fracken undichte Rohre. Dadurch trat in Niedersachsen an neun Stellen das sogenannte Lagerstättenwasser (kontaminiertes Bohrwasser) in den Ackerboden aus und sorgte für Grundwasserschäden. Anwohner wurden erst Wochen später darüber informiert. Im Boden fanden sich Rückstände von Quecksilber und krebserregendes Benzol. Substanzen, die im Lagerstättenwasser vorhanden sind. Sogar geringe Mengen radioaktiven Materials wurden nachgewiesen, die anscheinend aus der Tiefe mit nach oben befördert wurde.

Risiken, Gefahren und was es abzuwägen gilt

Durch die Pläne zur Schiefergasförderung wird das Fracking in der Öffentlichkeit momentan stark diskutiert. Die negativen Erfahrungen aus den Vereinigten Staaten und Deutschland zeigen mögliche Auswirkungen, die von der Öffentlichkeit kritisiert werden. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es viele mögliche Gefahren, die unbedingt abgewägt werden sollten:

  • Befürchtet wird vor allem eine Beeinträchtigung des Grundwassers und somit der Trinkwasserversorgung durch den Chemikalien-Cocktail, der beim Fracking benötigt wird.
  • Chemikalien können nie ganz aus dem Trinkwasser gefiltert werden, wenn es einmal zu einer Kontaminierung mit solchen Chemikalien gekommen ist.
  • Auch kann es wie zum Beispiel in den USA zu entzündlichem Erdgas im Trinkwasser kommen.
  • Ein Teil der Chemie bleibt zwangsläufig immer im Boden zurück. Welche Spätfolgen das haben kann ist ungewiss.
  • Die Entsorgung des kontaminierten Wassers liegt in der Eigenverantwortung der Unternehmenen. Diese pumpen das Wasser ungefiltert in unterirdische Lager.
  • Mögliche Schäden für den Menschen aufgrund der Verschmutzungen gibt es viele. Es werden toxische Chemikalien benutzt, die das Nervensystem angreifen und die Nieren belasten. Reizungen der Augen, Haut und Atemwege gehören zu den Nebenwirkungen der verwendeten Chemikalien. Es werden hormonaktive Chemikalien verwendet, die in den Hormonhaushalt der Menschen eingreifen. Auch krebserregende Stoffe kommen beim Fracking zum Einsatz.
  • Kleinere Erdbeben gehören laut neueren Studien auch zu den Nebenwirkungen des Frackings.
  • Bodenabsenkungen wurden beobachtet.
  • Der Aspekt der Klimaschädlichkeit ist momentan noch schwer abzuschätzen. Manche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Treibhausgasemissionen bei der Stromerzeugung mittels Fracking sogar höher sind als bei Kohlekraftwerken. Grund dafür sind Methanemissionen, die beim Fracken freigesetzt werden. Methan ist ein Hauptbestandteil von Erdgas und als Treibhausgas etwa 20-mal so wirksam wie Kohlendioxid.
  • Auch der Wasserverbrauch darf nicht unterschätzt werden.

Neue Spielregeln – ob das reicht?

In der Politik wurden die Risiken ausgiebig diskutiert. Schließlich wurde auf die Forderung nach mehr Sicherheit eingegangen. Ende Februar dieses Jahres einigten sich Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf ein Gesetz zur Schiefergasförderung. Demnach soll das Fracking in Trinkwasserschutzgebieten verboten werden. Außerdem müssen vor den Bohrungen Umweltverträglichkeitsprüfungen stattfinden.

Altmaier betonte bezüglich des neuen Gesetzes: „Wir erlauben nichts, was bisher verboten war, und verbieten einiges, was bisher erlaubt war“. Fracking wird somit ein wenig erschwert, doch bei weitem nicht unmöglich und viele Risiken bleiben bestehen.

Doch möchten die Deutschen mit solch einem Restrisiko leben? Unser Nachbar Frankreich will das beispielsweise nicht. Dort wurde Fracking verboten.

Wenn auch Sie gegen Fracking sind und Ihren Beitrag dagegen tun möchten, dann sorgen Sie dafür, dass Deutschland weniger Gas benötigt und sparen Sie Gas. Unsere Energiespartipps können Ihnen dabei helfen.

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Autor: Bianca Brieden

Kontakt:
PrizeWize Deutschland GmbH
Telefon: 0800 66 99 088
E-Mail: presse@prizewize.de
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